1. Erkrankungsrisiken durch verkehrsbedingte Luftverschmutzung

Im industrieellen Bereich konnte der Schadstoff-Ausstoß deutlich verringert werden. Der weiter wachsende Verkehr ist heute der größte Produzent an Luftschadstoffen, bei denen zwischen Primär- und Sekundärschadstoffen zu unterscheiden ist. Die Luftbelastung begünstigt Atemwegserkrankungen zB.: Bronchitis, Asthma, Allergien und Krebserkrankungen.
Verkehrsabgase gelten als wichtigster Faktor der Außenluftverschmutzung. In den vergangen Jahrzehnten wurden große Fortschritte in der Meßbarkeit und Nachweisbarkeit von Luftschadstoffen ermittelt besonders im industriellen Bereich. Gleichzeitig nimmt die Umweltbelastung mit dem weiter anwachsenden Verkehr zu. Heute ist der Kraftfahrzeugverkehr für den überwiegenden Teil der Außenluftverschmutzung verantwortlich.
Die wichtigsten Luftschadstoffe (Primär- und Sekundärschadstoffe):
-Kohlenmonoxid: 74%
-Stickstoffoxide: 68%
-Kohlenwasserstoffe: 52%
Sekundärschadstoffe: Klimarelevante Substanzen Stickstoffoxide und Ozon werden in der Atmosphäre gebildet.
Primärschadstoffe: Die obersten Luftverschmutzer sind vor allem Stickstoffmonoxid, Kohlenmonoxid, Blei, Platin, Benzol und Ruß.

Graphik1: Luftbelastung und Atemwegserkrankungen

Tabelle1: Bevölkerungsgruppen mit erhöhtem Gesundheitsrisiko durch Luftverschmutzung

Durch Luftverschmutzung gefährdete Bevölkerungsgruppen
Bevölkerungsgruppe mögliche Mechanismen Konsequenzen
Kinder Unreife Abwehrmechanismen der Lunge Erhöhtes Risiko für Atemvvegsinfektionen
Ältere Menschen Verminderte Abwehr der Atemwege gegen eindringende Fremdkörper sowie verringertes Atemvolumen Erhöhtes Infektionsrisiko; erhöhtes Erkrankungsrisko für die Lunge
Asthmatiker Erhöhte Atemwegsreaktivität Erhöhtes Risiko für das Wiederauftreten von Krankheitserscheinungen - insbesondere im Bereich der Atemwege
COPD-Patienten (Lungenkranke mit chron. verengten unteren Atemwegen) Reduzierte Lungenfunktion Erhöhtes Risiko für krankheits bedeutsame Effekte auf die Lungenfunktion
Koronarkranke (Personen mit Verengungen der Herzkranzgefäße) Sauerstoff-Unterversorgung des Herzmuskels Erhöhtes Risiko für Mangeldurchblutung des Herzmuskels
Zigarettenraucher Verminderte Abwehr- und Selbstreinigungsfunktion der Atemwege; Lungenschäden Schäden durch Zusammenwirkung mehrerer Einflüsse
Personen, die sich stark körperlich belasten Vermehrter Eintrag von Schadstoffen Additive Effekte, insbesondere, wenn noch andere Risikofaktoren bestehen