MODUL III
Klimatechnik - Solare Kühlung Seite 6

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Fig. 4 Zusammenhang zwischen Lufttemperatur t, absoluter Feuchte x und relativer Feuchte





Die relative Feuchtigkeit hat ebenfalls einen gewissen Einfluss auf die Behaglichkeit, weil die durch den Stoffwechselprozess im Menschen erzeugte Wärme zum Teil durch die Wasserverdunstung an der Hautoberfläche abgegeben wird. Bei einer Raumtemperatur von 20°C spielt allerdings die Wärmeabgabe durch Verdunstung nur eine geringe Rolle. Daher hat auch die Luftfeuchtigkeit in diesem Bereich keinen großen Einfluss, d.h., ein Mensch kann bei einer Raumtemperatur von 20°C kaum einen Unterschied zwischen 35 % und 65 % relativer Feuchtigkeit feststellen.
Durch Versuche wurde festgestellt, dass für einen normal gekleideten, ruhenden Menschen in Mitteleuropa bei einer Luftfeuchtigkeit von 60 % die Schweißbildung bei 25°C beginnt, bei einer Luftfeuchtigkeit von 50 % aber erst bei 28°C. Die Leistungsfähigkeit des Menschen sinkt auf Null, wenn die Luft- und Raumtemperatur 37°C und die Luftfeuchtigkeit 100 % betragen. Dem Körper sind hierbei alle Möglichkeiten genommen, die laufend gebildete Körperwärme, sei es durch Strahlung, Konvektion oder Schweißbildung loszuwerden. Bei der Festlegung der oberen Behaglichkeitsgrenze hat man also die relative Feuchtigkeit desto geringer anzusetzen, je höher die Lufttemperatur ist.
Zusammenfassend lässt sich über den Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf das menschliche Wohlbefinden sagen, dass bei einer Normaltemperatur von 20 ... 22°C die Feuchte in den Grenzen von 35 ...65 % zu halten ist, während sie bei höheren Raumtemperaturen gemäß Fig. 5 zu wählen ist. Dabei ist jedoch festzuhalten, dass nicht nur die Lufttemperatur eines Raumes maßgebend ist für die relative Feuchtigkeit, sondern dass auch die körperliche Tätigkeit und die Luftbewegung einen Einfluss auf die Behaglichkeit haben. Mit zunehmender körperlicher Arbeit muss daher die relative Feuchtigkeit gegenüber den Normalwerten, die sich auf einen körperlich ruhenden Menschen beziehen, herabgesetzt werden, während mit steigenden Luftgeschwindigkeiten das Schwülgefühl erst bei höherer relativer Feuchte auftritt, als die Normalwerte angeben.


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