MODUL II
Solarenergietechnik Seite 39

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Grafik 47: Funktionsschema Leitwerkschichtspeicher der Firma Sandler



Latentwärmespeicher

Den letzten Stand der Speichertechnik stellt der sogenannte Latentwärmespeicher dar. Er wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Luft- und Raumfahrtforschung und der Firma Schneider in Lahr entwickelt. Der Speicher ist in der Lage, fünfmal mehr Energie wie Wasser zu speichern. So hat z.B. ein 2000 Liter großer Latentwärmespeicher den Wärmeinhalt eines 10000 Liter mit Wasser gefüllten Pufferspeichers. Mit solch einem Speicher sind also erhebliche Platzeinsparungen möglich. Man kann so eine hohe Speicherleistung auf kleinstem Raum anbieten.

Der Latentwärmespeicher nutzt die Schmelzwärme eines Salzhydrates (Natriumacetat), das statt Wasser als Speichermedium verwendet wird. Die Schmelzwärme entsteht, wenn bei 58°C das Natriumacetat den Aggregatzustand ändert. Im Detail läuft folgender Prozess ab: Ein Wärmeträgeröl (technisches Weisöl) wird durch das Natriumacetat gepumpt. Das Weisöl steigt in Blasen an die Oberfläche. Der Wärmeaustausch erfolgt an der Oberfläche der Ölblasen. Sich bildende Kristalle fallen an der Trennfläche zwischen dem Salzhydrat und dem darüber liegenden leichteren Öl aus, sinken an den Behälterboden und bilden dort eine öldurchlässige, lockere Schicht. Die bei diesem Prozess entstehende Wärmeenergie wird mit Hilfe eines Plattenwärmetauschers vom Öl an das Heizungswasser übertragen. Der Wärmetauscher wird auch zum Laden des Speichers benutzt. Latentwärmespeicher kommen nicht nur bei Solaranlagen, sondern auch bei Festbrennstoffkesseln, Blockheizkraftwerken und bei Abwärme von anderen thermischen Prozessen zum Einsatz. Das verwendete Natriumacetat wird auch bei der Herstellung von Lebensmitteln eingesetzt und unterliegt dort keiner Kennzeichnungspflicht.

 

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