|
MODUL III |
|
Kühlung
mit solarem Antrieb
Die Sonne scheint überall und liefert - besonders in südlichen Ländern - Wärme
im Überfluss. Mit Hilfe eines Kühlaggregats und eines Parabol-Sonnenkollektors
kann diese solare Wärme in Kälte gewandelt werden. Im Folgenden wird der Prototyp
eines Solar-Kühlschranks vorgestellt.
Absorbtion oder Adsorbtion ?
Der Solarkühlschrank
arbeitet auf Basis der Adsorption von Wasser durch Zeolith. Zeolith ist
chemisch gewöhnlichem Sand ähnlich, bildet jedoch keine kompakten Moleküle,
sondern besitzt eine Kristallstruktur mit sehr großer innerer Oberfläche. In
der Natur kommen ca. 40 verschiedene Zeolith-Arten vor. Diese sind meist durch
vulkanische Aktivitäten entstanden und weisen starke Verunreinigungen auf, was
dazu führt, dass sie für kältetechnische Anwendungen ungeeignet sind. Die chemische
Industrie stellt verschiedene Zeolithtypen künstlich her. Die synthetischen
Zeolithe werden hauptsächlich als Phosphatersatz im Waschmittel oder beispielsweise
als Trockenmittel in Doppelglasfenstern verwendet. Der Einsatz großer Mengen
Zeolith in Waschmitteln führte zu umfangreichen Untersuchungen der Umweltverträglichkeit.
Dabei erwies sich, dass von Zeolithen keinerlei Umweltgefährdung ausgeht und
sie keine toxische Wirkung haben. Hinzu kommt, dass der Preis des Zeoliths durch
die Massenproduktion mit 1 bis 7 Euro/kg recht niedrig ist.
Grundlagen der Kühltechnik mit Zeolith
Grundlegend für die Verwendung des Zeoliths ist seine sehr große innere Oberfläche
von 800 bis 1200 m²/g. Innerhalb der Hohlräume wirken starke elektrostatische
Kräfte. Dadurch werden polare Moleküle wie z. B. Wasser heftig angesaugt und
unter Wärmeabgabe in die Kristallstruktur eingebunden (Adsorption). Erfolgt
der Prozess in luftleeren Behältern, geschieht das Ansaugen des Dampfes mit
solcher Heftigkeit, dass sich auf Grund der hohen Verdunstungskälte der Rest
des Wassers stark abkühlt und zu Eis gefriert. Dieser Prozess vollzieht sich
so lange, bis der Zeolith mit Wasser gesättigt ist. Zeolith kann je nach Typ
bis zu 25 % des Eigengewichts an Wasser aufnehmen. Zur weiteren Verwendung muß
der Zeolith wieder getrocknet werden und erhält dabei seine volle Funktionsfähigkeit
zurück. Diese Regeneration erfolgt durch Zufuhr von Heizwärme hoher Temperatur.
Dabei wird Wasser als Dampf aus dem Zeolith ausgetrieben (Desorption).
Dies kann durch elektrische Energie, fossile Brennstoffe oder - was energetisch
besonders günstig ist - durch Sonnenenergie erfolgen. Nach einer Abkühlphase
kann der nächste Adsorptionsprozess folgen. Da sich dabei der Zeolith nicht
verbraucht, können beliebig viele Zyklen durchgeführt werden.