MODUL III
Klimatechnik - Solare Kühlung Seite 9

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Fugenlüftung (Porenlüftung)

Wird ein geschlossener Raum höher als die Außentemperatur erwärmt, so entstehen in diesem folgende Druckverhältnisse:

Die z.B. von einem Radiator erwärmte Raumluft, die spezifisch leichter ist als die kältere Außenluft, erzeugt auf den oberen Teil der Außenwände einen mit der Höhe zunehmenden Überdruck. Im unteren Raumteil entsteht dadurch ein Unterdruck, der über dem Fußboden am größten ist. Im Gebiet des Unterdruckes strömt nun von außen kalte Luft durch unvermeidliche Undichtheiten der Fenster, Türen und Mauern (Fugen, Poren) in den Raum, und im Gebiet des Überdruckes wird Luft durch gleiche Undichtheiten aus dem Raum gepresst. Dadurch entsteht im Raum eine ständige Lufterneuerung.

Je größer die Temperatur-Unterschiede sind und je höher die Räume, desto größer werden die Druckunterschiede. Bei hohen Räumen, z.B. Treppenhäusern, Kirchen, Sälen usw. kann der Druckunterschied bereits zu Zugerscheinungen führen. Ist die Innentemperatur niedriger als die Außentemperatur, so sind die Verhältnisse umgekehrt. Die Stärke der durch die Fugenlüftung verursachten Lufterneuerung ist natürlich sehr von der Größe und Dichtheit der Fenster und Türen abhängig. Größenordnungsmäßig ergeben sich bei normalen Wohnräumen im Winter etwa stündlich 0,5...1-fache Luftwechsel, d.h., der Luftinhalt eines Raumes wird stündlich 0,5...1-mal erneuert. Windanfall erhöht natürlich den Luftwechsel ganz erheblich.

Für die meisten Wohnräume ist die durch die Fugenlüftung herbeigeführte Lufterneuerung ausreichend, um den Luftzustand in den Behaglichkeitsgrenzen zu halten, wenn zusätzlich bei Bedarf die Fensterlüftung benutzt wird.

Fensterlüftung

Die durch die Fugenlüftung erreichte Raumlufterneuerung kann durch Öffnen der Fenster verstärkt werden. Wenn die Luft draußen kälter ist, strömt Außenluft bei Windstille durch den unteren geöffneten Teil des Fensters ein und Raumluft durch den oberen Teil ab (Druckdifferenz). Da dabei, auch wenn Heizkörper unter den Fenstern stehen, Zugerscheinungen auftreten, kann die Fensterlüftung im Winter nur kurzzeitig angewendet werden.

Die günstigste Fensterlüftung erhält man mit Schiebefenstern (s. Fig. 7), da sich bei ihnen je nach Lüftungsbedarf und Windanfall sowohl im oberen wie im unteren Teil des Fensters eine bequem einstellbare Öffnung herstellen lässt.

Fig. 7 Fensterlüftung mit Schiebefenster




 

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